Japanische Stemmeisen bestehen aus laminiertem Stahl, einer harten Schicht für die Schneide und einer weicheren, elastischen als Trägermaterial. Die Spiegelseite ist hohl geschliffen, um ein leichteres Abziehen zu ermöglichen. Die Klinge ist etwas angewinkelt, so daß tiefere Löcher gestemmt werden können, als es die kurze Klingenlänge vorzugeben scheint. Aufgrund der deutlich höheren Härte des Stahls als wir es bei europäischen Eisen gewohnt sind, sind die Schneiden auch etwas empfindlicher. Vermeiden Sie Hebeln und grobe Behandlung.
Traditionell verlassen japanische Stemmeisen (OIRE NOMI) weder geschärft noch mit festaufsitzender Zwinge die Stätte des Herstellers. Es obliegt dem Anwender, das Eisen erst gebrauchsfähig und damit zu seinem eigenen zu machen. Zwischenzeitlich sind die Hersteller bereit, die Hobeleisen leidlich geschärft zu liefern, so daß der Anfangsaufwand deutlich reduziert ist.

Benutzen Sie in keinem Fall trocken laufende Schärfmaschinen! Auch Naßschleifmaschinen sind für diese Eisen nur bedingt geeignet, da sie eine hohle Fase erzeugen - die Schneide ist damit geschwächt. Am besten geeignet sind japanische Wassersteine!

Halten Sie mit der rechten Hand das Eisen. Drücken Sie mehrere Finger der linken Hand (je nach Eisenbreite) auf die Spiegelseite des Eisen ganz unten an der Fase, damit deren Fläche stabil auf dem Schleifstein aufliegt. Sie können mit dem Daumen das Eisen von unten stützen. Die beste Schneide erhalten Sie, wenn die Schneide rechtwinklig oder bis zu 30° im Winkel zur Schleifrichtung geführt wird.
Abweichend davon gilt für schmale Stecheisen, bei denen die Schneide schmaler ist als die Länge der Fase: Halten Sie diese Eisen mit der rechten Hand möglichst weit hinten am Griff und führen Sie sie beim Schärfen mit der Schneide vorwärts und rückwärts. Es ist vollkommen legitim, eine Schleifführung zu benutzen, dem Anfänger ist sie dringend empfohlen. Schärfen Sie so lange, bis ein feiner Grat an der Schneide entsteht.
Jetzt - aber nicht vorher - können Sie daran gehen, die Schneide abzuziehen. Benutzen Sie einen Schleifstein mit einer Körnung zwischen 3000 und 8000 und bearbeiten Sie Fase und Spiegelseite mehrfach wechselseitig genauso wie beim vorhergegangenen Schleifvorgang. Der Grat fällt ab und Fase und Spiegelseite wird mit Fortschreiten des Abziehvorgangs immer glänzender und damit schärfer.
Achten Sie darauf, das Eisen nach dem Schärfen sorgfältig abzutrocknen und vor anschließender Lagerung leicht einzuölen, um Korrosion zu vermeiden. Dann haben Sie lange Freude an Ihrem kostbaren Werkzeug.