Für jeden, der gerne rustikale Möbel oder Möbel aus Wildholz herstellt, schneidet dieser massive Zapfenschneider aus Aluminium von Veritas saubere Rundzapfen mit abgerundetem Ansatz. Diese Zapfenschneider sind so konstruiert, daß sie mit der Bohrmaschine vibrationsfrei arbeiten. Eine eingebaute Wasserwaage erlaubt es, beim Schneiden genau die Waagerechte zu halten. Das Messer ist justierbar, so daß der Durchmesser des Zapfens genau eingestellt werden kann. Das Messer kann mit Hilfe der eingebauten Schleifhilfe einfach geschärft werden. Sie können diese Zapfenschneider aber auch mit einer Handbohrwinde benutzen.
Die Veritas Zapfenschneider sind für die Handbohrmaschine gebaut und sollten auf keinen Fall in einer Tisch- oder Ständerbohrmaschine benutzt werden. Gründe:
Spannen Sie den Zapfenschneider in eine Bohrmaschine. Für die großen Zapfenschneider (1-1/4 bis 2 inch) brauchen Sie ein Bohrfutter mit einer 13 mm Aufnahme, für die kleineren Zapfenschneider (5/8 bis 1 inch) reicht ein Bohrfutter mit einer 10 mm Aufnahme. Achten Sie auf hohes Drehmoment und kleine Geschwindigkeit, ca. 500 Umdrehungen die Minute.
Spannen Sie ein Holzstück horizontal in einen Schraubstock so in etwa der Höhe Ihrer Taille. Das Holzstück sollte nicht größer sein als in der Tabelle für die jeweilige Zapfenschneidergröße angegeben. Das Ende muß quadratisch zugeschnitten sein. Eine kleine Fase an den vier Kanten des Endes erleichtert den Ansatz des Zapfenschneiders.
| Maximaler Holzdurchmesser des Ausgangsmaterials für Zapfenschneiderdurchmesser | |
|---|---|
| Zapfendurchmesser (Endprodukt) |
Max. Durchmesser des Holzes (Ausgangsmaterial) |
| 5/8 bis 1 inch (15,9 bis 25,4 mm) | = Zapfendurchmesser plus 1-1/8 inch (28 mm) |
| 1-1/4 bis 2 inch (31,8 bis 50,8 mm) | = Zapfendurchmesser plus 1-1/2 inch (38 mm) |
Hinweis: Wenn Sie keinen Schraubstock haben, können Sie das Werkstück auch auf einer ebenen Arbeitsplatte mit Schraubzwingen befestigen.
Setzen Sie die Bohrmaschine mit dem Zapfenschneider am Werkstück an und richten Sie sie in der Höhe mit Hilfe der eingebauten Wasserwaage aus. Richten Sie dann die Bohrmaschine nach rechts und links nach Augenmaß aus, so daß sie genau mit dem Werkstück fluchtet.
Es ist wichtig zu erkennen, daß dieser Zapfenschneider die Zapfen genau in der Achse der Bohrmaschine schneidet. Wenn Sie außermittige oder gekröpfte Zapfen wollen, spannen sie das Werkstück entsprechend schräg ein.
Hinweis: Egal welche Art von Zapfen Sie herstellen: halten Sie die Bohrmaschine während eines Schneiddurchgangs immer stabil in der gleichen Richtung. Verwackeln Sie nicht!
Wenn Sie die Bohrmaschine mit dem eingespannten Zapfenschneider ausgerichtet haben, schalten Sie sie ein. Bei den kleineren Zapfenschneidern 5/8 bis 1 inch sollte die Geschwindigkeit etwa 500 - 700 upm sein, bei den größeren 1-1/4 bis 2 inch ca 100 bis 200 upm. Wenn die Maschine zu schnell läuft, ist die Gefahr groß, daß der Zapfen nicht gerade wird. Während der Drehung sollten lange und gleichmäßige Späne herauskommen. Wenn keine Späne herauskommen, muß das Messer justiert werden.
Es gibt zwei Einstellmöglichkeiten. Die erste und am häufigsten notwendige ist die genaue Einstellung des Zapfendurchmessers. Die zweite Einstellung erlaubt es, die Spandicke zu reduzieren.
Der Korpus des Zapfenschneiders besitzt eine seitliche Ausparung in Form der Messerbiegung, die als Schärfhilfe benutzt werden kann. Entfernen Sie das Messer aus der Schneidposition und schrauben Sie es mit der Klemmschraube, wie in Bild 5 gezeigt, fest.
Hinweis: Bei den größeren Zapfenschneidern 1-14 bis 2 inch befindet sich diese Klemmschraube montiert in der Aussparung fürs Schärfen. Diese zusätzliche Klemmschraube hat aber auch noch die Funktion, ein Messer, das durch wiederholtes Schärfen sehr kurz geworden ist, dieses auch in der Schneidposition festzuhalten anstelle der ursprünglichen Schraube mit Unterlegscheibe, um es besser verstellen zu können.
Nun kann das Messer an einer Tischbohrmaschine mit montiertem Schleifzylinder (Durchmesser 38 mm) geschliffen werden (Bild 6). Die Umdrehungsgeschwindigkeit sollte bei 1000 bis 2000 upm liegen. Wichtig: wenig Druck ausüben und nur kurz ranhalten, weil sonst wegen Überhitzung das Messer seine Härte verliert. Es ist empfehlenswert, die gesamte Fase mit einem wasserfesten Filzstift zu markieren, um den Schleiferfolg besser kontrollieren zu können.
Sie können nun genau beobachten, wo die Markierung des Filzstiftes verschwunden ist. Schleifen sie solange, bis die gesamte Fase von der Markierung befreit ist und alle Kerben in der Schneide verschwunden sind. Verstellen Sie dazwischen auch mal die Tischhöhe der Bohrmaschine, um ein gleichmäßiges Abnutzen des Schleifzylinders zu erreichen.
Wenn Sie Übung im Schärfen haben, können Sie auch ohne Tischbohrmaschine von Hand schärfen. Das hat den Vorteil, daß weniger Material abgetragen wird und die Gefahr der Überhitzung vermieden wird. Sie können dazu ein Rundholz mit 38 mm Durchmesser nehmen und dieses mit wasserfestem Schleifpapier mit Korn 180 bis 240 bekleben. Haben Sie dabei das Messer wie oben beschieben in der Schleifhilfe eingespannt, fixieren sie den Korpus an der Kante einer ebenen Fläche und schieben den mit Schleifpapier beklebten Rundstab senkrecht rauf und runter. Achten Sie darauf, daß Sie den Rundstab senkrecht halten, damit die gesamte Fase von den Schleifbewegungen erfaßt wird.
Nachdem Sie mit Schleifen fertig sind, schrauben Sie das Messer ab. Sie werden feststellen, bei Berührung mit dem Finger, daß sich auf der der Fase gegenüberliegenden Seite des Messers ein Grat gebildet hat. Dieser Grat muß entfernt werden. Dazu brauchen Sie entweder einen planen(!) Schleifstein mit mindestens Korn 1000 oder ein entsprechendes feines Schleifpapier auf einer ebenen Fläche. Rollen und ziehen Sie das Messer über die Schleiffläche, bis der Grat verschwunden ist (Bild 8).
Nach dem Schärfen ist das Messer geringfügig kürzer und muß neu justiert werden. Gehen Sie dabei so vor, wie eingangs beschrieben.
Ungleichmäßige Zapfen: diese entstehen durch unstabiles Halten der Maschine. Achten Sie darauf, mit der Maschine nicht hin und her zu wackeln, sondern versuchen Sie, die Richtung zu halten. Eine Reduzierung der Geschwindigkeit hilft dabei.
Zu kleine Zapfen: Die Schneide ist zu weit nach vorne geschoben. Setzen Sie sie etwas zurück und versuchen Sie es erneut.
Zapfen, die aussehen, als hätten sie Gewindegänge: Es wird zu viel Druck angewendet. Zusätzlich sollte ein Messingplättchen zur Verringerung der Spandicke eingesetzt werden.
Dieser Schaden kann auch beim Zurückziehen des Werkzeugs nach Fertigstellung des Zapfens entstehen. Das passiert am häufigsten bei Grünholz, da dieses sehr leicht beim Schneiden des Zapfens etwas komprimiert wird. Ziehen Sie den Zapfenschneider bei stehender Maschine zurück oder bei leichtem Drehen gegen den Uhrzeigersinn.
Außermittige Zapfen: Wenn die Faserstruktur des Holzes entsprechend ist, können Sie gar nichts dagegen tun.
Wenn das Holz eine gleichmäßige Faserstruktur hat und Sie die Bohrmaschine waagerecht und gefluchtet halten, könnte die Ursache darin liegen, daß das Ausgangsmaterial im Verhältnis zum zu erzielenden Zapfendurchmesser zu dick ist. Diese Außermittigkeit entsteht bereits beim Ansetzen und beim Schneiden der gerundeten Schulter. Je dicker das Ausgangsmaterial ist, umso schwieriger ist es, von Anfang an eine gute Führung zu bekommen. Sie können das Ausgangsmaterial etwas dünner machen oder eine Fase an den vier Kanten ansetzen. Manchmal hilft ein erhöhter Druck am Anfang, der aber gleich wieder reduziert werden muß, sobald sich die gerundete Schulter ausgebildet hat.
Halbe Zapfen: Wenn der Zapfenschneider in der Mitte plötzlich aufhört zu schneiden, muß das Messer ganz leicht vorgeschoben werden.
Wenn diese Messerverstellung nicht hilft, ist möglicherweise ein außermittiger Zapfen die Ursache. Das kann bei großen Holzstücken passieren, wenn bereits die gerundete Schulter außermittig geschnitten wurde. Schneiden Sie die übergroßen Stücke schmaler, bevor Sie den Zapfenschneider benutzen.
Beim Nachschärfen wird die Schneide ungleichmäßig: Das passiert üblicherweise, wenn der Bohrmaschinentisch nicht im rechten Winkel zur Bohrachse steht. Der Tisch muß nachjustiert werden.
Ein anderer Grund sind leicht unterschiedliche Durchmesser der Schleifzylinder. Es verändert sich die Fase eringfügig, aber das hat keinen Einfluß auf das Arbeitsergebnis.