Dieter Schmid - Feine Werkzeuge

Hinweise zum Schleifstein "Purpur" Korn 30000 von Shapton

Shapton 30000 Dieser Text ist eine Übersetzung aus der japanischen Anleitung für den 30000er Stein und kann damit als direkte Empfehlung des Herstellers betrachtet werden.

Die weiche weiße Kunststoffeinlage in der Kunststoffbox dient nur zum Schutz während des Transports und sollte entfernt werden. Der 30000er Abziehstein "Purpur" sollte vor Gebrauch etwa 10 Minuten in Wasser gelegt werden, bis er genug Feuchtigkeit aufgesogen hat. Er sollte nicht zu lange im Wasser liegen, sonst weicht die Oberfläche auf, also auf keinen Fall im Wasserbad lagern! Auch sollte er nicht auf einer nassen oder feuchten Unterlage gelagert werden. Er sollte nach dem Trocknen in der mitgelieferten Kunststoffbox aufbewahrt werden.

Das Abziehen mit dem Schleifstein "Purpur" geht schnell, wenn durch das erste Schleifen eine gute Basis für die weiteren Arbeitschritte mit mehreren abgestuften Körnungen geschaffen wurde. In der Regel sollte man mit Korn 1000 (orange) beginnen, dann stufenweise Korn 2000 (grün), Korn 5000 (weinrot) und Korn 8000 (melon) verwenden und zum Schluß mit Korn 30000 (purpur) abziehen.

Es empfiehlt sich, in jeder Stufe nur kurz zu schleifen: dadurch wird der Stein nur wenig hohlgeschliffen und die Schneiden können präziser bearbeitet werden. Dies ist nur möglich, wenn man mit einer ausreichenden Anzahl von Steinen arbeitet. Wenn man mit zu wenigen Schleifsteinen arbeitet, muß länger auf einem Stein verweilt werden und die einzelnen Steine werden damit schneller hohl geschliffen.

Wichtig ist, daß der in einer Stufe produzierte Schleifschlamm vor dem Übergang auf die nächste feinere Stufe vollständig weggewaschen wird: also nicht nur an der Schneide und an den Händen, sondern auch auf der gesamten Fläche des Schleifgutes einschließlich der Griffe und unter den Fingernägeln. Sonst besteht die große Gefahr des Verschleppens von gröberen Schleifkörnern auf den nächsten, feineren Stein.

Perfektes Abziehen geht nur, wenn der Stein absolut plan ist. Um die Planheit zu erreichen, sollte er mit einem anderen Schleifstein zusammengerieben werden. Beide Steine sollten auch hier 6 - 10 Minuten ins Wasser gelegt werden, trocken neigen sie dazu, sich aneinander festzusaugen, was das Planmachen erschwert. Die zweite Möglichkeit ist die Benutzung eines Schleifsteinabrichtblocks. Achten Sie auch hier auf die anschließende sorgfältige Reinigung mit Wasser.

Fragen und Antworten

Frage: Nach dem Abziehen eines Messers mit dem 30000er Abziehstein "Purpur" sind grobe Kratzer auf der Oberfläche zu sehen.
Antwort: Wenn man nach dem Schleifen mit mittelgroben Schleifsteinen ("Orange", "Blau", "Grün", "Melone") Messer und Hände nicht gründlich gereingt hat, werden grobe Körner auf den feinen Stein verschleppt und verursachen Kratzer.

Frage: Ich habe den 30000er Schleifstein "Purpur" plangemacht, aber er schleift nicht mehr gut.
Antwort: Der Stein ist zu grob. Versuchen Sie mit einem feineren Medium (feinerer Schleifstein, feines Siliziumkarbidpulver in Verbindung mit einem Schleifsteinabrichtblick) den Stein glatter zu bekommen.

Frage: Ich habe den 30000er Schleifstein "Purpur" mit einem Schleifsteinabrichtblock und feinem Siliziumkarbidpulver plan gemacht. Trotzdem ist seine Oberfläche rauh und nicht der Korngröße entsprechend spiegelglatt.
Antwort: Ursache ist die fortgeschrittene Erweichung der Oberfläche des Schleifsteins infolge zu langer Lagerung im Wasser. Nehmen Sie den Abrichtblock in Verbindung mit gröberem Siliziumbarbidpulver. Der schnellere Abtrag legt die darunterliegende noch harte Schicht frei. Anschließend wiederholen Sie den Vorgang mit dem feinen Schleifpulver.

Frage: Ich habe beim Schleifen mit dem "Purpur" den Eindruck, daß er nicht gut schleift.
Antwort: Wenn man bei dem "Purpur" das Gefühl haben sollte, daß er sich in sonst üblicher Schleifweise anders verhält als bei den anderen Schleifsteinen, liegt das daran, daß der "Purpur" bezweckt, besonders den letzten Millimeter der Schneidespitze der Messerwaren so optimal wie nie zuvor zu schärfen.

Frage: Ich möchte probieren, mit dem "Purpur" zu schleifen. Der Anleitung nach sollte man nach dem Schleifen mit dem "Melone" (Korn 8000) den "Purpur" verwenden. Kann ich aber vor dem Einsatz des "Purpur" mit dem "Cream" (Korn 12000) schleifen, weil der "Cream" feiner als der "Melone" ist?
Antwort: Sie können den "Cream" zum Schleifen von besonders harten Stählen einsetzen. Die aus weicherem Material schleifen Sie bitte jedoch mit dem "Melone".

Frage: Ich benutze die Kunststoffbox als Schleifsteinhalter. Der Stein wackelt darauf und ist schwer zu schärfen.
Antwort: Legen Sie ein Stück Papier zwischen Stein und Kunststoffbox.

Frage: Ich benutze die Kunststoffbox als Schleifsteinhalter. Der Schleifsteinhalter rutscht trotz Gummiunterlage weg und erschwert damit das Schleifen.
Antwort: Es gibt Oberflächen, auf denen auch Gummifüße schlecht halten. Legen Sie Zeitungspapier oder einen Lappen zwischen Schleifsteinhalter und Tischfläche.

Frage: Ich habe den 30000er Schleifstein "Purpur" mit einem Schleifsteinabrichtblock und feinem Schleifpulver abgerichtet, aber seine Oberfläche ist nicht mehr so schön wie im Neuzustand, als ich ihn gekauft habe.
Antwort: Legen Sie vor dem Abrichten den Stein 6 - 10 Minuten in Wasser. Wenn das Problem damit nicht behoben ist, nehmen Sie etwas mehr Schleifpulver.

Frage: Mein 30000er Schleifstein "Purpur" ist unglücklicherweise weich geworden.
Antwort: Die Erweichung bzw. Änderung der Eigenschaften von Schleifsteinen kommt daher, daß der Schleifstein mehr als 30 Minuten im Wasser gelegen hat oder daß er mit Spülmittel o. ä. in Berührung gekommen ist. Wenn Sie außerdem einen Untersatz aus Holz verwenden und dieser bei der Arbeit feucht wird, kann die Feuchtigkeit dazu führen, daß der "Purpur" sie aufsaugt und weich wird. Ist der "Purpur" weich geworden, so muß so viel weggeschliffen werden, bis wieder eine feste Oberfläche zum Vorschein kommt. Dabei schleifen Sie den weichen Teil mit grobem Schleifpulver ab, spülen den dabei entstehenden Schmutz gründlich weg, erst dann schleifen Sie den "Purpur" noch einmal mit feinem Schleifpulver. Nach dem Schleifen bewahren Sie ihn in seiner trockenen Kunststoffbox auf.

Frage: Welche Seite des 30000er Schleifsteins "Purpur" soll ich verwenden?
Antwort: Verwenden Sie zuerst die Seite ohne aufgedruckte Schrift.

Frage: Mein 30000er Schleifstein "Purpur" hat Risse bekommen.
Antwort: Risse können entstehen, wenn der Schleifstein lange außer Gebrauch war oder falsch behandelt wurde. Richten Sie den Stein solange ab, bis die Risse nicht mehr sichtbar sind. Kleine Risse sind weniger tief. Deshalb sollten sie die genannte Maßnahme sofort durchführen, wenn Sie Risse entdecken. Je glatter die Oberfläche des Schleifsteins ist, umso weniger besteht die Gefahr des Entstehens von Rissen.

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