Dieter Schmid - Feine Werkzeuge

Was kann man von Diamantschleifsteinen erwarten und was nicht?

Diamantschleifplatte Atoma Economy

Für Diamantplatten wird häufig mit dem Argument geworben, daß sie absolut plan sind und sich nicht hohl schleifen können. Der erste Teil dieser Aussage stimmt nur bedingt, da eine absolute Planheit nicht mit jeder Produktionsmethode zu erreichen ist. Daß der fertige Stein sich nicht hohlschleifen kann, ist dagegen richtig.

Es gibt verschiedene Herstellungskonzepte für Diamantschleifsteine:

  1. Ein plangefräster Block aus Aluminium oder Stahl wird mit Diamantkörnern beschichtet. Damit erreicht man die beste Planheit. Der Nachteil dieser Methode ist das teure und aufwendige Verfahren in der Herstellung und die hohen Materialkosten. Daher wird es nur noch sehr selten angewendet.
  2. Dünne Stahlplatten werden mit Diamantsteinen beschichtet. Diese Stahlplatten werden dann auf eine plane Unterlage, in der Regel Aluminium, geklebt. Hier entscheiden Zuschnittmethode, Entgraten und Schleifen vor der Beschichtung über das Ergebnis. Wenn z. B. mit Laser geschnitten wird, entwickelt sich Hitze, die zu einer Verformung des Materials führen kann. Diese Verformung läßt sich nur schwer durch eine Preßklebung auf einer planen Unterlage wieder ausgleichen. Deshalb sind Schneid- bzw. Sägemethoden, die ein Verformen verhindern, überlegen. Auch weisen dünnere Platten eine höhere Flexibilität auf und passen sich beim Aufkleben einer steifen Unterlage besser an.
  3. Eine Kunststofffolie oder Kupferfolie wird mit Diamanten beschichtet, die Unterseite ist selbstklebend. Diese Platten sind hochflexibel und passen sich jeder Oberfläche an. Diese Folie kann auch auf gerundete Unterlagen wie z. B. Schleifklötze geklebt werden. Der Nachteil dieser weichen Unterlagen besteht darin, daß man mit Schneidwerkzeugen die Folie durchstechen kann und der Schleifer damit wertlos wird. Man muß also beim Schleifen von Werkzeugen schon eine gewisse Technik entwickeln, um dies zu verhindern.

Wir verkaufen die Diamantplatten sowohl mit als auch ohne Unterlage, da sehr unterschiedliche Gebrauchssituationen vorliegen. Wenn man z. B. den Schleifer unterwegs braucht und Gewicht und Volumen sparen möchte, kann man auf die Unterlage verzichten, muß jedoch in Kauf nehmen, daß die Planheit darunter leidet. Darüberhinaus bieten wir diamantbeschichtete Kupferfolien an, die flexibel und selbstklebend sind.

Die Vorteile eines Diamantschleifsteins:

  • Schnelles Herausschleifen von Scharten und Änderung eines Fasenwinkels bei Hobeleisen und Stemmeisen
  • Schnelles Schleifen mit hohem Abtrag auch im mittleren Kornbereich
  • Schleifen von HM-, HSS- und PM-Stählen, bei denen andere Schleifsteine versagen
  • Der Stein schleift sich nicht hohl, die bestehende Planheit bleibt erhalten
  • Kann als Abrichtblock für japanische Wassersteine verwendet werden, wir empfehlen hir die Körnung 140

Die Nachteile eines Diamantschleifsteins:

  • Wenn es auf extreme Planheit der Fläche ankommt, ist ein frisch abgerichteter japanischer Wasserstein überlegen
  • Beim Abziehen, also im feinen Bereich ist der Diamantstein einem japanischen Wasserstein deutlich unterlegen
  • Mit einem Diamantschleifstein kann man keine Flächen, wie z. B. Messerklingen polieren

Noch etwas zur Standzeit: die kann man natürlich nicht mit einem Stein vergleichen, der sich abnutzt und bei dem neue, scharfe Partikel zum Vorschein kommen sondern eher mit Schleifpapier, das ja auch nur eine dünne Beschichtung hat. Der Vergleich hinkt natürlich ein wenig, weil sich Schleifpapier viel schneller abnutzt, aber der Prozeß ist der gleiche: Am Anfang fühlen sich die Körner sehr scharf an, aber nur für kurze Zeit, dann kommt die mittlere Schärfe, die sich sehr lange hält und am Ende der Lebensdauer geht es dann mit der Schärfe abwärts. Die mittlere Schärfe hält sich bei monokristallinen Diamanten sehr lange. Verwenden Sie den Diamantschleifstein mit Wasser, er hält dann länger!

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