Dieter Schmid - Feine Werkzeuge
Japanische Sägen

Japanische Sägen

Warum japanische Sägen?

Japan blickt auf eine jahrtausendealte Holzbaukultur zurück. Das einfache Haus und der Tempel, ja selbst Festungen - wurden fast ausschließlich aus Holz gebaut. Viele dieser nur mit Handsägen und anderem traditionellem Holzwerkzeug hergestellten Kunstwerke gehören heute zum Weltkulturerbe. Über die Jahrhunderte entwickelte sich ein umfangreicher Wissenschatz, der in Verbindung mit der hochentwickelten Schmiedekunst einzigartige Holzbearbeitungswerkzeuge entstehen ließ. An erster Stelle unter den japanischen Werkzeugen sind hier die Sägen zu nennen.

Früher wurden diese Sägen handwerklich in kleinen Betrieben hergestellt. Heute haben sich in Japan industriell gefertigte Sägen mit Einweg-Wechselblättern aus drei Gründen durchgesetzt:

  • für einen nicht speziell Ausgebildeten ist es zu schwierig , diese Sägen mit ihrer teilweise komplizierten Sägengeometrie zu schärfen.
  • herkömmliche Feilen versagen bei diesen lasergehärteten Sägezähnen - sie sind härter als die Feile.
  • das Ersatzsägeblatt ist billiger als die für das Schärfen notwendige Arbeitszeit.

Zunehmend setzen sich japanische Sägen, häufig einfach Japansägen genannt, auch hierzulande vor allem im professionellen Bereich wegen ihrer überragenden Schnittleistungen immer mehr durch. Die Vorteile im einzelnen seien hier erläutert:

Japanische Säge Europäische Säge Beschreibung der Unterschiede
Japanische Säge Europäische Säge Japanische Sägen schneiden auf Zug, während europäische Sägen auf Stoß schneiden. Die Umgewöhnung geht schnell und einfach. Es ist wirklich keine Hürde!
Japanische Säge Europäische Säge Durch das Ziehen hält sich das Blatt der japanischen Säge von alleine gerade, während bei einer europäischen Säge die Gefahr besteht, daß es gestaucht wird.
Japanische Säge Europäische Säge Da die japanischen Sägen gezogen werden, kann das Blatt viel dünner als bei einer europäischen Säge ausgeführt werden. Das Blatt eines europäischen Fuchsschwanzes muß dick sein, um die Belastungen beim Sägen auf Stoß auszuhalten.
Japanische Säge Europäische Säge Nicht zu vergessen: ein dünnes Sägeblatt produziert weniger Späne. Je mehr Späne Sie produzieren, umso mehr Kraft und Zeit brauchen Sie für einen Schnitt!
Japanische Säge Sega europea Das Sägeergebnis: saubere und schnelle Schnitte mit der Japansäge! Vergessen Sie alles, was Sie bisher über Handsägen dachten und erlebten!

Die drei wichtigsten Sägetypen sind:

  1. die Dozuki - eine einseitig verzahnte Säge mit Rücken, der das Blatt versteift und sehr präzise Schnitte ermöglicht.
  2. die Ryoba - eine zweiseitig verzahnte Säge für Längs- und Querschnitte.
  3. die Kataba - eine einseitig verzahnte Säge ohne Rücken. Sie wird traditionell vorwiegend für Querschnitte genommen, gibt es aber auch für Längsschnitte.

Hinsichtlich der Verzahnung wird in Japan unterschieden, ob die Säge vorwiegend für Längsholzsschnitte, z. B. zum Schlitzen, oder vorwiegend für Querholzschnitte, z. B zum Absetzen oder Ablängen, verwendet werden soll. Die Trapezverzahnung zeigt in der Vergrößerung, wie der Name schon sagt, ein verschobenes Trapez. Die Zähne sind wechselseitig angeschliffen. Diese Verzahnung ist vorwiegend für Querschnitte geeignet.

Welche Säge ist für mich die richtige?

Die Beantwortung dieser Frage ist abhängig vom Einsatzzweck und vom Können des Anwenders. Einige Hinweise sollen Ihnen helfen:

Zunächst: Sie sind nicht sklavisch an den vorgegebenen Sägezweck gebunden. Sie können mit einer Querholzsäge auch Längsschnitte sägen und sind damit einfach nur etwas langsam und Sie können mit einer Längsholzsäge auch Querschnitte sägen, der Sägeschnitt ist dann einfach nicht so sauber. Der Säge selber schadet es nicht.

Wenn Sie Anfänger sind, kaufen Sie nie die teuerste Säge. Nach meiner Erfahrung werden Sägeblätter normalerweise nicht gewechselt, weil sie stumpf geworden sind, sondern wegen eines Blattbruches oder ausgerissener Zähne resultierend aus unsachgemäßer Behandlung. Bei einer billigeren Säge ist dies finanziell weniger schmerzhaft.

Eine Säge mit Rücken läßt sich immer leichter führen als eine Säge ohne Rücken. Die Schnittiefe ist allerdings begrenzt und das Blatt ist etwas empfindlicher, weil es deutlich dünner ist als das Blatt einer rückenlosen Säge. Eine rückenlose Säge erlaubt tiefe Schnitte und man kommt an engen Stellen besser zurecht und ist deshalb die erste Wahl bei Leuten, die viel auf Baustellen arbeiten. Welche Säge Sie sich als erste kaufen, ist Ihre Sache - wägen Sie ab! Langfristig empfiehlt es sich, zwei Sägen im Haus zu haben.

Aber: es gibt keine Einheitsweisheit für alle Zwecke. Zögern Sie nicht, sich beraten lassen, telefonisch, per Fax oder E-Mail. Die beste Lösung: probieren Sie bei uns im Laden, dabei kommt die richtige Entscheidung fast von alleine.

Zu den angegebenen Maßen bei jap. Sägen: Die Blattbreite wird stets in der Mitte des Blattes gemessen, die Zahnteilung ebenso, da bei der Dreiecksverzahnung der Zahnabstand sich zum Griff hin verjüngt. Alle Maße nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch ohne Gewähr.

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