Dieter Schmid - Feine Werkzeuge
Japanischer Nuthobel - Kikai Shakuri Kanna

Japanischer Nuthobel - Kikai Shakuri Kanna und Kude Shakuri Kanna

Kikai Shakuri Kanna

Leider haben wir zur Zeit keinen dieser Hobel im Angebot. Wir wissen nicht, wann es wieder Nachschub gibt. Der Kikai Shakuri Kanna dient der Herstellung von Nuten z. B. Führungen für Shoji-Türen. Das handgeschmiedete Eisen wird durch einen Keil (Klappe) gehalten, der je nach Eisenbreite sehr unterschiedlich ausgebildet sein kann. Bei den meisten Hobeln ist es oft nur ein eingelassener Stahlstreifen. Die beiden Vorschneider, ebenfalls handgeschmiedet, brechen die Faser vor der Spanabnahme durch die Hauptschneide. Voraussetzung dafür ist natürlich, daß diese Vorschneider sehr präzise eingestellt sind.

Das Wort "Kikai" im Namen bedeutet "Maschine". Alles andere als eine präzise Bezeichnung! Toshio Odate merkt in seinem Standardwerk über japanische Holzbearbeitungserkzeuge dazu an, daß die Japaner ein Werkzeug, an dem sich Schrauben und Muttern befinden, immer als Maschine bezeichnen. Je nach Transkription wird dieser Hobel auch "Kikai-jyakuri-ganna" oder "Kikai Sakuri Kanna" geschrieben. Die auf dieser Seite angebotenen Hobel werden aktuell nicht mehr produziert, daher schätzen wir uns besonders glücklich, sie hier anbieten zu können. Der Vorrat ist begrenzt.

Diese japanischen Nuthobel sind - wie andere japanische Hobel auch - nicht gebrauchsfertig und erfordern vom Anwender einige Einstell- und Vorbereitungsarbeiten, die sich gerade bei diesem Hobel als nicht ganz einfach darstellen.

Bei diesen Hobeln kommt erschwerend noch hinzu: Sie sind auch schon lange gelagert gewesen, bevor wir sie bekamen und weisen einige kleine Schäden auf, wie z. B. angerostete Schrauben, die aber die Gebrauchsfähigkeit nicht beeinträchtigen. Um Ihnen vor dem Kauf ein möglichst genaues Bild des Zustandes zu ermöglichen, zeigen wir jede Hobelgröße von zwei Seiten - der Messerseite und der Anschlagseite. Mit einem Klick auf die Bilder sehen Sie die Hobel stark vergrößert, so daß jedes Detail sichtbar wird. Wenn wir mehrere Hobel gleicher Größe haben, bekommen Sie nicht unbedingt den Abgebildeten. Immerhin: Hobel gleicher Größe unterscheiden sich so gut wie gar nicht hinsichtlich des Zustandes. Die Artikelbeschreibung nennt nur das äußerlich Sichtbare, Rostflecken werden nur erwähnt, wenn sie von außen deutlich sichtbar sind, ohne daß der Hobel zerlegt werden mußte. Es ist davon auszugehen, daß an allen Eisen mindestens leichte Rostflecken sind, die erst nach dem Zerlegen sichtbar werden.

Aus oben genannten Gründen sehen Sie entgegen unserer sonstigen Gewohnheit die wichtigsten Tipps gleich hier vor den Produkten selbst. Wir wollen an niemanden einen Hobel verkaufen, der sich mit diesen Produkteigenschaften nicht auseinandergesetzt hat. Wir bitten die etwas längere Ladezeit dieser Seite zu entschuldigen.

Kikai Shakuri Kanna - Ansicht von oben Ansicht von oben. Die beiden Vorschneider werden bei breiteren Hobeln von einer Holzeinlage auf die gewünschte Distanz gehalten. Bei schmaleren Hobeln liegen die Vorschneider direkt aufeinander, bei ganz schmalen sind sie sogar hintereinander angeordnet. Links auf dem Bild sind Flügelschraube und Rändelschraube zur Verstellung des Anschlags sichtbar. Die Hobelkörper sind aus Weißeiche.

Anschlag Durch Lösen der Flügelschrauben läßt sich der Anschlag max. 40 mm verschieben. Mit den Rändelschrauben wird der Anschlag an der gewünschten Stelle fixiert. Messen Sie die Anschlagtiefe jeweils vorne und hinten, um sicherzugehen, daß der Anschlag auch wirklich parallel zum Hobelkörper eingestellt ist. Um an Innenfälzen arbeiten zu können, kann der Anschlag auch abgenommen werden.

Hobel zerlegen Vor der ersten Ingebrauchnahme sollten Sie den Hobel zerlegen, um die Eisen zum Schärfen entnehmen zu können. Schrauben Sie zunächst den Anschlag ab, indem Sie Flügelschrauben und Rändelschrauben lösen. Dann können Sie mit dem Rest des Hobelkörpers besser hantieren. Dann schlagen Sie mit einem Holzhammer auf die Rückseite des Hobelkörpers, damit sich das Eisen nach und nach löst. Üben Sie sich in Geduld beim Lösen des Eisens. Durch den Klimawechsel von ostasiatisch feuchter Luft zu mitteleuropäisch trockener ist das Holz etwas geschwunden, und die Eisen sitzen sehr fest. Es kann schon vorkommen daß Sie 50 mal mit dem Hammer draufschlagen müssen, bevor sich das Eisen gelöst hat.

Eingenutetes Stahlblech herausschlagen Das Lösen der beiden Vorschneider gestaltet sich etwas schwieriger. Rein theoretisch müßten sie sich auf die gleiche Weise wie das Hobeleisen lösen lassen, indem man nur die andere Stirnseite des Hobelkörpers entsprechend mit dem Hammer bearbeitet. Dies ist mir nicht gelungen. Stattdessen habe ich das eingenutete Stahlblech herausgeschlagen, nachdem ich den Hobel auf der Tischplatte festgespannt hatte. Sie sollten einen Splintentreiber benutzen, aber ich hatte nur einen Schraubenzieher zur Hand. Trotzdem kam das Stahlblech unbeschädigt heraus, da es wohl ziemlich hart ist.

Schrauben an der Seite des Hobelkörpers Alternativ könnte man die Schrauben an der Seite des Hobelkörpers lösen. Der Hobelkörper ist zweiteilig und wird durch diese Schrauben zusammengehalten. Nach Abnahme des einen Hobelkörperteils könnte man die Eisen bequem entnehmen. Dies erwies sich jedoch als äußerst schwierig, daher bin ich den oben beschriebenen Weg gegangen. Für den, der es trotzdem versuchen möchte die Empfehlung: Erst zwei Tage lang einen guten Rostlöser auf die Schrauben einwirken lassen!

Hobel zerlegt Hier sehen Sie den Hobel mit herausgeschlagenem Stahlblech. Die Vorschneider sind noch drin und können nun bequem entnommen werden. Daneben liegt das Eisen. Der Rostbefall auf dem Blech, das als Klappe dient, ist deutlich zu sehen. Der Rost beeinträchtigt übrigens die Gebrauchsfähigkeit in keiner Weise, sollte aber mit den üblichen Mitteln entfernt werden. Die beiden Vorschneider lassen sich jetzt ganz leicht herausnehmen.

Hobel zerlegt Hier sehen Sie alle Teile des zerlegten Hobels. Nun können Sie das Hobeleisen und die Vorschneider schärfen. Bitte beachten Sie unbedingt die große Hilfestellung, die Toshio Odate in seinem Buch Die Werkzeuge des japanischen Schreiners zu diesem Thema gibt. Dort wird auch genau beschrieben, welche Modifikationen am Hobelkörper selbst zur Einpassung des Eisens eventuell noch vorzunehmen sind.

Diese Nuthobel wurden für den japanischen Markt zur Benutzung durch japanische Tischler hergestellt. Sie sind in keiner Weise für den westlichen Markt modifiziert oder für den Verkauf hier vorgesehen gewesen. Das heißt, daß bei der Herstellung nur praktische Erfordernisse der lokalen Anwender eine Rolle gepielt haben und keinesfalls westliche ästhetische Vorstellungen. Es ist ein rustikales Werkzeug, dem jede Glätte und alles handschmeichlerische abgeht. Vielleicht bezieht es ja gerade daraus seinen eigenen etwas queren Charme.

Kikai Shakuri Kanna Eisenbreite 2,2 mm
Besonderheiten:
Hobelkörper aus Weißeiche
Hobelsohle aus Messing
Vorschneider hintereinander angeordnet ohne Distanzholz
Rost an Klappen und Schrauben

Kude Shakuri Kanna

Nach Toshio Odate dient der Kude Shakuri Kanna (Verbindungs-Nuthobel) dazu, die Verbindungen des Gitterwerks (Kumiko) der Shoji-Wände herzustellen. Er schreibt weiter, daß man diese Verbindungen auch mit Säge und Stemmeisen ausführen kann. Die Vorschneider übernehmen hier die Funktion der Säge. Man ist bei der Breite der Nuten an die Eisenbreite dieses Hobels gebunden, während bei der Verwendung von Säge und Stemmeisen die Breite frei wählbar ist. Die aufgeschraubte Platte, die das Eisen und die Vorschneider hält, ist aus Weißeiche.

Auch für diese Hobel gilt: durch lange Lagerung haben sich vereinzelt Rostflecken an Eisen und Schrauben entwickelt. Auch kann der Holzkörper leicht schmutzig sein. Alle Hobel sind ungebraucht. Als Eisenbreite wird die aufgestempelte Zahl genannt, sie kann jedoch um wenige Zehntel mm abweichen.

Kude Shakuri Kanna
Kude Shakuri Kanna - Ansicht von der Rückseite
Kude Shakuri Kanna Eisenbreite 12 mm
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