Dieter Schmid - Feine Werkzeuge

LS Positioner Troubleshooting

Offene Schwalbenschwänze

Einer unserer Kunden hat sich schwer damit getan offene Schwalbenschwanzverbindungen so herzustellen, dass sie perfekt passen. Die auf der Schablone angegebene Frästiefe war viel kleiner als die, die er in Wirklichkeit brauchte. Er hat die Schablone 16 (MDOVI) mit einen 16 mm / 7° Fräser und 15 mm starken Holz verwendet. Die Frästiefe die auf der Schablone angegeben war, war etwa 15 mm, bei seinen Versuchen kam er aber auf mehr als 16 mm.

Wir haben das selber ausprobiert und herausgefunden, dass die korrekte Frästiefe für eine gute Passung der Verbindung 16,65 mm ist – ein großer Unterschied zur Schablone. Nach unseren bisherigen Erfahrungen mit halbverdeckten Schwalbenschwanzverbindungen waren die Unterschiede zwischen der Schablone und der tatsächlich erforderlichen Frästiefe nie größer als 0,5 mm. Hier stimmte also etwas nicht. Ein Versuch die Verbindung herzustellen bestätigten dann unsere Befürchtungen. Die Schwalbenschwänze und die Zinken waren jeweils etwa 1,5 mm zu lang. Sicher kann man das mit einem Hobel oder mit Schleifpapier korrigieren, aber das ist ja nicht der Sinn der Sache.

In der Gebrauchsanweisung steht, dass man erst die Frästiefe einstellen soll und dann das Material auf dieses Maß, oder knapp darunter, hobeln soll. Man soll hingegen nie den Fräser auf die Stärke des Materials absenken, da dann die Verbindung zu lose wird. Das würde bedeuten, dass man für das Projekt unseres Kunden Material verwenden muss, das etwa 16,6 mm stark ist. Wenn man einen Dickenhobel zu Hause hat ist das kein Problem, aber was, wenn man das Material fertig in einer Stärke von 15 mm gekauft hat?

Die Lösung ist die Einstellung der Frästiefe zu ignorieren. Zentrieren Sie zunächst den Fräser zum Werkstück (üblicher Weise ist dieses der zweite Schritt). Denken Sie dabei daran, dass Sie zum Zentrieren des Fräsers die Frästiefe noch nicht endgültig eingestellt haben müssen. Wir hatten zum Zentrieren nur eine Frästiefe von etwa 10 mm eingestellt. Stellen Sie dann die Frästiefe so ein, dass sie knapp der Stärke des Materials entspricht – hier also 14,95 mm. Dann können Sie die drei Arbeitsgänge durchführen, die für offene Schwalbenschwanzverbindungen nötig sind. Wir haben es so ausprobiert und das Ergebnis war eine stramm passende Verbindung.

Halbverdeckte Schwalbenschwanzverbindungen sind etwas unkritischer mit dem LS-Positioner herzustellen was die Auswahl des Materials und die Einstellung der Frästiefe angeht. Aber auch offene Schwalbenschwanzverbindungen lassen sich mit dem System leicht herstellen, wenn man etwas mehr über die Auswahl des Materials nachdenkt.

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